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  Technik und Kreativität im grünen Bereich:
Die Ausbildung zum Gärtner ist vielseitig


Desireé und Martin haben sich bewußt für den Ausbildungsberuf Gärtner/in entschieden und ganz konkret nach einem Ausbildungsplatz im Gartenbau gesucht. Der Beruf des Gärtners und der Gärtnerin wird in sieben Fachrichtungen ausgebildet. Eine davon ist die Fachrichtung Baumschule. Immerhin etwa 500 Baumschulen gibt es in Baden-Württemberg. Ein Betrieb, der in dieser Fachrichtung ausbildet, ist die Baumschule Schimmele in Neckarsulm. Dort haben die 18-jährige Desireé Meadohr und der 21-jährige Martin Schütz die ersten drei Monate Probezeit mit Bravour bestanden und sind mit großem Eifer und Wissbegier bei der Sache.

Desireé hatte hatte nach dem Besuch der Werkrealschule feste Vorstellungen vom späteren Berufsleben. Ein praktischer Beruf, der mit Natur zu tun hat und trotzdem auch tägliches Gehirnjogging bietet, das sollte es sein. Rechtzeitig vor Schulabschluss bewarb sie sich um eine Lehrstelle bei verschiedenen Gartenbaubetrieben. Die Bewerbungsphase sei eigentlich nicht so aufwendig gewesen, erinnert sich Desireé, sie habe sich bei 10 Gärtnereien in der Region Heilbronn beworben und gleich das erste Angebot zu einem 14-tägigen Praktikum angenommen. Im Praktikum lernte sie dann den Gärtner-Beruf live kennen: Unkraut jäten, Stecklingsvermehrung bei Stauden, Johannisbeeren schneiden und zum Verkauf präsentieren, der Praktikantin wurde nicht die heile Welt vorgegaukelt, sie lernte das realistische Berufsleben kennen. Etwas Vorwissen kam ihr dabei auch noch zugute, nämlich durch die regelmäßige Mithilfe im elterlichen Garten.

Martin leistete nach dem Abitur seinen Zivildienst im städtischen Bauhof, Abteilung Stadtgärtnerei ab und entdeckte so seine Neigung zu Natur und Pflanzen. Er war sich sehr wohl darüber klar, dass er sich zu etwa Dreiviertel der Arbeitszeit im Freien aufhält. Er hat Spaß an Pflanzen und liebt die Arbeit an der frischen Luft. In der kälteren Jahreszeit trägt er eben Pullover, Jacke und festes Schuhwerk. Der blondierte junge Mann mit dem Irokesenschnitt hat eine zielstrebige und zupackende Art zu arbeiten. Dass die Gärtner-Ausbildung ihm Spaß macht und er später auch beruflich weiterkommen will, das ist für ihn jetzt schon klar.

Die Ausbildung zum Gärtner wird in sieben Fachrichtungen ausgebildet: In Baden-Württemberg ist der Zierpflanzenbau zusammen mit Schnittblumen- und Topfpflanzenbetrieben Betrieben die stärkste Gruppe (etwa 1.800 Betriebe). Es folgen die Fachrichtungen Gemüsebau, Friedhof und die Baumschulen. Weitere Fachrichtungen sind der Obstbau und der Garten- und Landschaftsbau. Eine Ausbildung in einem Gartenbaubetrieb, egal welcher Fachrichtung, führt immer zum Berufsabschluss Gärtner/Gärtnerin.

An der Berufsschule wird der Unterricht im fachpraktischen Teil die ersten zwei Ausbildungsjahre fachrichtungsübergreifend gehalten, das heißt, es wird eine sehr breite gärtnerische Allgemeinbildung vermittelt. Die Spezialisierung erfolgt dann im 3. Lehrjahr. Voraussetzung zur Zulassung zur Abschlussprüfung ist auch der einwöchige Besuch einer überbetrieblichen Ausbildungsstätte, der DEULA in Kirchheim/Teck. Hier muss ein Grundkurs in Technik und Unfallschutz abgeleistet werden.

Bis dahin wird für Desireé und Martin noch einige Zeit verstreichen. Jetzt besuchen sie alle vier Wochen eine Woche lang die Berufsschule in Form von Blockunterricht. Im theoretischen Fachkundeunterricht, so erklärt Martin, wird gerade die Systematik der Pflanzenwelt gelernt, dann gehts zum Aufbau der einzelnen Pflanze und schließlich gibts im ersten Berufsschuljahr noch die Themen umweltbewußte Kulturführung, Standortauswertung und Bodenkunde. Der fachpraktische Unterricht findet je nach Thema im schuleigenen Gewächshaus oder in der Schulwerkstatt statt.

Als gestandenem "Lateiner" fällt Martin auch das Erlernen und die Aussprache so mancher lateinischen Pflanzennamen nicht schwer. Er muss am Nachmittag noch zusammen mit Desireé mehrere Spiraea vanhouttei, zu Deutsch "Prachtspiere" stechen/graben und ballieren. Ballieren ist eine typische Tätigkeit in Baumschule-Betrieben. Ziersträucher werden zwei- bis dreimal verpflanzt, denn durch das Wachstum benötigt die einzelne Pflanze auch mehr Platz, außerdem entwickeln sich die Wurzeln besser. Gehölze, die als Steckholz angekauft werden, verbleiben manchmal 10 Jahre lang in der Baumschule, bis sie in den Verkauf gelangen. Beim Ballieren muss darauf geachtet werden, dass das feine Wurzelwerk in einem schönen Ballen Erde erhalten bleibt, während stärkere Wurzeln abgetrennt werden. Die Feinwurzeln sind für ein besseres Anwachsen am neuen Standort wichtig. Ein Ballentuch oder ein entsprechendees Drahtnetz hält den Ballen bis zum Umsetzen zusammen.

Die Arbeit des Ballenstechens wird bei größeren Gehölzen und bei Bäumen von Maschinen, sogenannten Ballenschneidern erledigt. Mit dieser und anderen Maschinen wie etwa Schmalspurschlepper, Traktor mit verschiedenen Anbaugeräten, Stapler und Radlader werden Desireé und Martin erst später umzugehen lernen. Vorerst werden die beiden oft mit Gartenschere, Messer, Spaten, Schaufel, Rechen und Hacke arbeiten, den genial einfachen wie einfach genialen Arbeitsgeräten eines Gärtners.

Herr Leiensetter, Betriebsleiter der Baumschule Schimmele weist darauf hin, dass in der Ausbildung zum sehr vielseitigen Gärtner-Beruf der interessierte Jugendliche einige Neigungen und auch schon Fähigkeiten mitbringen soll. Das Interesse an Natur und Pflanze muss ebenso vorhanden sein, wie ein Händchen für den Umgang mit der Technik. Neben dem Maschineneinsatz draussen gibt es in jedem modernen Betrieb Bewässerungs- und Klimacomputer, auch steuerungstechnische Aufgaben gehören zum Gärtnerberuf.

Der Ausbildungsbetrieb erwartet kaufmännisches Verständnis, Freude am Umgang mit Menschen und Teamfähigkeit. Lernwille und auch Lernfähigkeit werden sowieso vorausgesetzt. Es sollte mindestens ein guter Hauptschulabschluss vorliegen, eine höhere schulische Qualifikation erhöht die Chancen auf einen Ausbildungsplatz.
Voraussetzung zur Einstellung in ein Ausbildungsverhältnis ist in der Regel ein vorheriges Praktikum im Betrieb, in wenigstens 14 Tagen soll der Jugendliche eine möglichst große Bandbreite der Gärtner-Arbeit kennenlernen. Und dann gilt: Es muss der Traumjob sein, wenn man sich nicht sicher ist, dann sollte man es besser lassen!

Das Gespräch mit Herrn Leiensetter kann im Originalton gehört werden. Die Audiodaten sind im MP3-Format abgespeichert.


Der Gärtnerberuf - Vielfalt hoch 7


Wir bedanken uns beim Ausbildungsbetrieb



Baumschule Schimmele
Mühlweg
74172 Neckarsulmn
www.schimmele-baumschule.de


Ausbildungsangebote und mehr Informationen über den Ausbildungsberuf Gärtner/in:
Baden-Württembergischer Gärtnereiverband e. V. Hier findet man auch eine Ausbildungsplatzbörse und eine aktuelle Liste der anerkannten Ausbildungsbetriebe in Baden-Württemberg.

Eine weitere gute Informationsseite zum Ausbildungsberuf Gärtner ist die Webseite des Zentralverband Gartenbau e.V. Hier findet man vertiefende Informationen über die Berufsausbildung im deutschen Gartenbau. Besonders gut werden hier die sieben Fachrichtungen, die die Vielfalt der Gärtner-Ausbildung abbilden, erklärt.
Gärtner - ein Beruf voller Leben