zurück zur Startseite
Was ist Schule-Beruf?
Hier findest Du sehr viele Infos rund um die Berufswahl
Klassenwettbewerbe und Projektarbeiten
– Schau mal rein –
Bewerbungstipps aus der Praxis
Azubis on job
Hier siehst du
was wir tun!
Unterrichtsmaterialien für Lehrer zum Download
Schule-Beruf-Mobil
(neu)
Unser aktueller Ausbildungsberuf
Nur für Betriebe:
Schüler-Webcards
Newsletter / Kontakt / Impressum
Disclaimer
 
 
 
     








 

Eigentlich heißt die richtige Berufsbezeichnung: Gärtner/in, Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau. Oft wird aber nur die Fachrichtung als Berufsbezeichnung verwendet: Landschaftsgärtner/in.

Timo Helder hat heute erst seinen zweiten Arbeitstag auf der Baustelle des Garten- und Landschaftsbaubetriebes Schwehr in Engen. Der 17-jährige Neu-Azubi mit Realschulabschluss fügt sich schon sehr gut in das Bild auf der Baustelle ein. Er steht nicht abseits vom Geschehen, sondern ist mittendrin. Und er ist nicht der einzige Azubi in der Truppe, denn bereits im 3. Lehrjahr steht der Blondschopf Tobias Kresse. Sozusagen schon ein alter Hase, der dem Neuen mit Rat und Tat zur Seite stehen kann. Auf der Baustelle sollen verschiedene Mustergärten um ein Musterhaus angelegt werden, damit die künftigen Hausbesitzer auch gleich sehen und entscheiden können, wie das „Drumherum“ dann später mal aussehen kann. Eine prima Arbeit für den neuen Azubi, der dadurch gleich einen guten Einblick in verschiedene Möglichkeiten der Aussengestaltung bekommt. Und ein guter Stoff fürs Berichtsheft, das vom ersten Tag an geführt werden muss.

Ursprünglich wollte Timo Helder Maurer werden, hatte aber ein Faible auch fürs „Gärtnern“. Dadurch hat er den Beruf des Landschaftsgärtners entdeckt, für ihn die perfekte Kombination, wie er uns sagt. Bevor es zum Ausbildungsvertrag mit der Firma Schwehr kam, hat Timo auch in anderen Landschaftsgartenbaubetrieben mehrere Praktikas abgeleistet.

Tobias Kresse ist mit seiner Ausbildung fast fertig, er hat sogar schon die theoretische Abschlussprüfung hinter sich. An die Zwischenprüfung, die schon einige Zeit zurückliegt, kann sich Tobias kaum noch erinnern. Abgefragt wurden damals eben die Themen, mit denen ein Landschaftsgärtner sowieso tagtäglich zu tun hat. Ein Landschaftsgärtner- Azubi besucht oft die Berufsschule. Immerhin jede dritte Woche findet eine Woche lang, zusammen mit anderen „grünen Berufsschülern“ am Berufsschulzentrum Villingen Unterricht statt. Dazu kommen noch, über drei Jahre verteilt, sechs überbetriebliche Ausbildungswochen mit vertiefenden Schwerpunkten, wie etwa dem Teichbau.

Das Arbeitsgebiet eines Landschaftsgärtners ist der Aussenbereich. Die Arbeit von Tobias und seinen Kollegen ermöglicht es dem Kunden, nicht nur von einem Garten zu träumen, sondern in einem Traumgarten zu sitzen. Ob Reihenhausgarten, Hanggarten, Wassergarten, Feuchtbiotope, ob mit Natursteinbelagsflächen oder Betonpflaster begehbar gemacht, ob mit Mauern oder Treppen gestaltet, ob mit exotischen oder heimischen Pflanzen begrünt: der Landschaftsgärtner setzt Wünsche um. Unser Fast-Geselle Tobias nennt uns zwei wichtige Begriffe der Branche: Verband und Verbund. Verband in Tobias Fachsprache meint die Kombination mehrerer Steine zu einem Ganzen, Verbund ist der Begriff für den gegenseitigen Halt der Kombination. Alles klar? Viel Zeit hat der 20-jährige auch mit Mauern verbracht, im wahrsten Sinne des Wortes: Mauern mauern. Und einen Teich hat er schon angelegt, er weiss auch, dass Pflanzenarten verschiedene Wassertiefen brauchen. Eine Seerose kann nur in einer Teichzone von mehr als 50 bis 80 cm Wassertiefe gedeihen. Sumpfdotterblumen kann man dagegen am Wasserrand pflanzen. Mit Baumaschinen geht der 20-jährige souverän um, und auch für knifflige Feinarbeiten mit dem Radlader hat er genügend Fingerspitzengefühl. Das Schlusswort aber spricht Timo Helder: „Jeder der arbeiten kann und die Arbeit sieht wird auch Erfolg haben“.

Frau Norgard Österle ist die Ausbilderin von Timo und Tobias. Sie rät den Schülern, die sich für eine Lehrstelle zum Landschaftsgärtner bewerben wollen, schon ein Jahr vor Schulabschluss mit der Lehrstellensuche zu beginnen. Die Chancen sind dann etwas besser, da die Betriebe in der Regel im Frühjahr schon die Stellen besetzt haben. Bei den Bewerbungsunterlagen schaut Frau Österle auf die schulischen Leistungen in den Fächern Mathematik und Deutsch. Auch soll der Bewerber körperliche Fitness mitbringen, da die allermeiste Zeit draussen verbracht wird. Nach Meinung von Frau Österle bewerben sich leider zu wenig Mädchen für den Beruf. Denn obwohl der Landschaftsbau ein „Bauberuf“ ist, so hat er doch ein viele gestalterische Elemente. Gärten und Aussenanlagen werden nicht nur gebaut, sie werden auch gestaltet. Hier wird ein gutes Form- und Farbgefühl erwartet. Auch Licht und Wasser sind Gestaltungselemente, die kreative Lösungen herausfordern. Der Beruf an sich ist sehr facettenreich. Vom Teichbau unten bis zur Dachbegrünung oben. Die auszuübenden Tätigkeiten reichen von der „leisen“ Grünbepflanzung bis zum Einsatz von schallgedämpften Baumaschinen. Auch bietet der Beruf sehr gute Weiterbildungsmöglichkeiten. Betrieblich kann man sich zum Beispiel zum Baumkletterer (European Treeworker) oder Baumchirurgen weiterbilden. Oder die Qualifikation zum Meister, Techniker oder Betriebswirt anstreben. Oder man nimmt das in der Ausbildung Erlernte mit an eine Fachhochschule und studiert Landschaftsarchitektur. Die beruflichen Perspektiven eines Landschaftsgärtners sind in jedem Falle gut. Die Branche insgesamt kann sich über einen Mangel an Arbeit nicht beklagen, sondern nur über einen Mangel an guten Fachkräften.

Mehr über Timo und Tobias, ihre Arbeit als Landschaftsgärtner-Azubi und die Ausbilderin,
Frau Österle, kannst Du erfahren, wenn Du die zwei mp3-Dateien anhörst!

Die Audiodaten sind im MP3-Format abgespeichert. Um diese anzuhören benötigt man einen MP3 fähigen Player den Du hier runterladen kannst.


Grüne Jungs mit Schalldämpfer
Kreativ und draussen

Wir bedanken uns beim Ausbildungsbetrieb



Ingo Schwehr
Garten- und Landschaftsbau
Richard-Stocker-Str. 3
78234 Engen
http://www.garten-schwehr.de