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Die künftigen Molkereifachmänner Kim Wehrwein und Andreas Traub begrüßen uns in der typischen Arbeitskleidung der Molkereifachleute. Saubere Jacke und Hose in Weiß, die Haarpracht ist unter einem Häubchen zwar sichtbar, aber eben doch hygienisch verpackt. Piercing ist ebenso wenig erlaubt wie das Tragen von anderem Schmuck wie etwa Uhren oder Hals- und Armkettchen. Dass die Hände vor Eintritt in die Produktionsräume gewaschen und mit Desinfektionsmittel besprüht werden ist selbstverständlich.

Eine Grundbedingung für das Erlernen des Berufs Molkereifachmann ist also das Verständnis für strenge Hygieneregeln. Auch auf den Schichtbetrieb in der Branche weist Herr Burth, Bereichsleiter bei der OMIRA hin. Dies betrifft zwar erst das spätere Berufsleben, aber es ist besser, Jugendliche, die sich für eine Ausbildung zum Molkereifachmann interessieren, gleich zu Anfang darauf hinzuweisen.

Für Bewerber und Bewerberinnen ist auch ein Interesse für technische Abläufe wichtig. Den Rohstoff Milch liefert zwar die Kuh, die Verarbeitung der Milch erfolgt aber automatisiert durch moderne Produktionsanlagen. Hier gilt es, Fertigungsprozesse zu steuern, zu kontrollieren und auch korrigierend einzugreifen.

Der Beruf setzt auch eine bestimmte körperliche Robustheit voraus. Dies bedeutet aber nicht, dass der Beruf Molkereifachmann nur von bärenstarken Jungs erlernt und ausgeübt werden soll. Herr Burth spricht ausdrücklich auch Mädchen an, sich als Molkereifachfrau zu bewerben. Bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als Molkereifachleute sollten sich Schüler auch über das Produkt, welches das Unternehmen verlässt, im Klaren sein. Es sind Nahrungsmittel. Der Molkereifachmann trägt mit dazu bei, dass Milchprodukte wie etwa Butter, Quark, Joghurt, Trinkmilch und Sahne das Unternehmen in einwandfreier Qualität verlassen.

Wer glaubt, dass die Herstellung von Milchprodukten vielleicht eintönig sei, der irrt sich. Das Verbraucherverhalten ändert sich, darauf muss ein Unternehmen reagieren und neue Sorten, Produkte oder Herstellungsverfahren entwickeln. Beispielsweise hat die OMIRA für Menschen mit Laktose-Unverträglichkeit – oft wird fälschlicherweise auch der Begriff Laktose-Allergie benutzt – laktosefreie Produkte entwickelt und marktfähig gemacht. Heute ist das Unternehmen mit der Marke MinusL Marktführer in diesem Bereich.

Herr Burth weiß natürlich ganz genau, wie es gelingen konnte, laktosefreie, also „milchzuckerfreie“ Milch herzustellen. Er erklärt uns, dass normalerweise der Körper den Milchzucker, der zu 4,7 Prozent in der Milch enthalten ist, über das körpereigene Enzym Laktase verarbeitet. Dabei wird der Milchzucker, der ein Doppelzucker ist, in seine Bestandteile Glukose (Traubenzucker) und Galaktose (Schleimzucker) aufgespalten. Genau dieser Spaltvorgang wird im Unternehmen bei der Herstellung laktosefreier Milch durch spezielle verfahrenstechnische Abläufe durchgeführt. Dem menschlichen Organismus wird in diesem Fall sozusagen Arbeit abgenommen.

Herr Berger ist Diplomingenieur für Lebensmitteltechnik und für die gewerbliche Ausbildung bei der OMIRA verantwortlich. Er hat Kim und Andreas fit gemacht für die Zwischenprüfung, die die beiden gerade bestanden haben. Molkereifachleute werden dual ausgebildet, das heißt, den Azubis werden praktisches Wissen und berufliche Fertigkeiten im Betrieb und in überbetrieblichen Ausbildungsstätten vermittelt. Die theoretische Ausbildung erfolgt dann in der Berufsschule. Milcherzeugung, Molkereitechnik, Mikrobiologie, Chemie und Physik sind hier die wichtigsten Fächer.

Die überbetriebliche Ausbildung und der Berufsschulunterricht für Kim und Andreas findet als Blockunterricht in der MLF Wangen statt. Im ersten Ausbildungsjahr sind das insgesamt 22 Wochen, im 2. dann 18 Wochen und im 3. Jahr 16 Wochen. Der außerbetriebliche Anteil der Ausbildung ist also relativ hoch.

Bei der Zwischenprüfung, so erinnern sich Kim und Andreas, wurden im praktischen Prüfungsteil die Module Betriebsraum, Butterei, Käserei und Labor geprüft.

Zwischenprüfung Modul Betriebsraum

Zwischenprüfung Modul Butterei

Zwischenprüfung Modul Käserei

Zwischenprüfung Modul Labor

Wir besuchen als nächstes die Schaltwarte der Frischeproduktion, wo Kim und Andreas noch eine Tankreinigung durchführen müssen. In diesem Raum stehen die PC’s, mit deren Hilfe der Produktionsablauf überwacht und gesteuert wird. Alle Tanks sind grafisch dargestellt und nummeriert, die jeweiligen Inhalte wie etwa Rahm oder Milch sind in unterschiedlichen Farben abgebildet. Wichtige Zahlen wie etwa Füllmenge und die Temperatur sind exakt ablesbar. Die Tankreinigung selbst dauert zwar seine vorgeschriebene Zeit, aber für die Auslösung des Reinigungsprozesses braucht Kim nur einige Mausklicks!

Die Ausbildung zum Molkereifachmann/-frau dauert drei Jahre. Ein guter Hauptschul- oder Realschulabschluss ist erwünscht. Die Verdienstmöglichkeiten sind überdurchschnittlich.

Im ersten Lehrjahr verdient man 638,-- EUR, im 2. Lj. 723,-- EUR und im 3. Lj. 797,00 EUR jeweils monatlich. Außerdem erhalten alle Arbeitnehmer und Auszubildende jährlich gemäß dem gültigen Manteltarifvertrag ein zusätzliches Urlaubsgeld, eine Jahressonderzahlung sowie Zuschüsse zur überbetrieblichen Altersversorgung. (Stand Jan 2008)

Bei der OMIRA werden die Auszubildenden nicht nur zielorientiert und praxisnah ausgebildet, sondern auch nach dem Abschluss der Ausbildung – in aller Regel – in ein zunächst zweijähriges befristetes Arbeitsverhältnis übernommen.

Aufgeweckten Jugendlichen werden außerdem nach der Ausbildung gute Qualifizierungschancen zum Molkereimeister oder Molkereitechniker geboten mit dem Ziel unter anderem, die Selbstverantwortung für die eigene berufliche Entwicklung zu fördern.

„Bildung und Ausbildung ist der Pass für die Zukunft, und das Morgen gehört denjenigen, die sich heute darauf vorbereiten“ so die Botschaft von Herrn Wiest, Personal- und Ausbildungsleiter, in der OMIRA.

Wer die Voraussetzungen zum Besuch einer Hochschule erfüllt, kann sich auch für den Bachelor- und Masterstudiengang Milchwirtschaftliche Lebensmitteltechnologie in Hannover-Ahlem oder ähnlich lautende Studiengänge in München-Weihenstephan, Hohenheim oder Berlin einschreiben.

Du kannst dem Ausbildungsleiter, Herrn Berger, zuhören, was er über Laborwissen für den Ausbildungsberuf Molkereifachmann erzählt.

Die Audiodaten sind im MP3-Format abgespeichert. Um diese anzuhören benötigt man einen MP3 fähigen Player den Du hier runterladen kannst.


Laborwissen Molkereifachmann

Wir bedanken uns beim Ausbildungsbetrieb:



OMIRA Oberland-Milchverwertung GmbH
Jahnstrasse 10
88214 Ravensburg

www.omira.de
Hier finden interessierte Schüler unter dem Menüpunkt „Karriere“ weitere Informationen zu Ausbildungsplatzangeboten und zur schriftlichen Bewerbung.