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Das zweiwöchige Praktikum beim Ausbildungsbetrieb Herbert Hornikel GmbH in Sindelfingen brachte dem damaligen Hauptschüler Vitalij Kustov letzte Gewissheit, dass er die Chance ergreifen und eine Lehre zum Stuckateur beginnen will. Heute ist Vitalij im 2. Lehrjahr und hat, wie der Ausbildungsverantwortliche der Firma Hornikel, Herr Schumacher betont, alles richtig gemacht..

Vitalij hat das praktische Ausbildungshandbuch „Ich werde Stuckateur“ mitgebracht. Dieses moderne Berichtsheft begleitet den Azubi-Stuckateur während seiner Berufsausbildung und sogar noch darüber hinaus. Besonders in den Wintermonaten, wenn es auf den Baustellen zu kalt ist für Aussenarbeiten wird die Arbeit mit diesem sehr anschaulich gestalteten Leitfaden der Ausbildung noch intensiver.

Jetzt aber ist der Azubi in einem Stuckateurteam der Firma Hornikel mit unterwegs. An einem Privathaus in Böblingen wird der Aussenputz angebracht, es wird „verputzt“.
Der Außenputz wird zügig aufgetragen, das Team arbeitet sehr konzentriert, die Geräusche von Traufel, Kelle und Reibebrett stehen im Vordergrund. Fast könnte man meinen, die Werkzeugmusik gibt den Arbeitsrythmus vor und Meter für Meter erhalten die Wände ihr Oberflächenkleid.
Mit von der Verputz-Partie ist auch Vitalijs sympathischer Meister Filippo Zito, der sich intensiv um den jungen Mann kümmert, schließlich hat die Geschäftsleitung der Hornikel GmbH in ihrer 100-jährigen Tradition beste Erfahrungen mit dem Ausbilden für den eigenen Nachwuchs gemacht.

Während die Stuckateur-Arbeiten an der Aussenfassade des Einfamilienhauses sich ihrem Ende neigen, kann Vitalij berichten, was alles vorher gemacht wurde und was seine Arbeit mit moderner Wärmedämmung, also auch mit Energieeinsparung zu tun hat.

Nachdem das Haus eingerüstet ist, betritt der Stuckateur-Fachmann die Bühne... Wände werden auf Schäden untersucht, poröses Material wird entfernt, Löcher ausgebessert. Als nächstes werden Sockelleisten aus Aluminium angebracht, die den danach anzubringenden Styropor-Platten Halt geben. Die Platten gibt es in verschiedenen Dämm-Stärken, in diesem Fall sind es 100 mm. Der Zuschnitt des Materials erfolgt durch ein Schneidegerät, welches nach dem Prinzip des heißen Drahtes arbeitet. Dies hat den großen Vorteil, dass ein Bröseleffekt verhindert wird, der beim manuellen Schneiden auftreten kann. Nachdem auch die Eckleisten, die als Kantenschutz dienen, montiert sind, werden die Dämmplatten verklebt mit Styroporkleber. Die komplette Fassade wird danach mit einer Armierungsschicht versehen. Diese Schicht besteht aus dem Armierungsmörtel und dem Armierungsgewebe, welches feucht in feucht eingearbeitet werden muss. Das Gewebe darf nicht direkt auf dem Dämmstoff liegen aber darf auch nicht an der Oberfläche sichtbar sein.

Damit sind die Unterputzarbeiten abgeschlossen, es erfolgt die Trocknung, die je nach Witterung bis zu einer Woche dauern kann. Danach wird der Oberputz aufgetragen. Je nach Kundenwunsch kommen Kunstharzputze oder mineralische Putze zum Einsatz. Kunstharzputze werden als Eimerware zu 25 kg geliefert, müssen nur noch mit dem Rührwerk gerührt werden und sind auch in verschiedenen Tönungen erhältlich. Nach einer weiteren Trocknungsphase kann der Schlussanstrich erfolgen.

In seiner Eigenschaft als Ausbildungsbeauftragter der Stuckateur-Innung Böblingen weist Herr Schumacher darauf hin, dass er die Zukunft des Stuckateurberufes positiv sieht, er möchte dies eigentlich für alle Bauberufe sagen. Auf die Stuckateur-Branche sieht er einen Facharbeitermangel zukommen, der aber regional unterschiedlich zu interpretieren sein wird. Wie bereits erwähnt verfügt die Firma Hornikel GmbH eine über 100-jährige Tradition in der Nachwuchsarbeit. Die Stuckateur-Auszubildenden durchlaufen hier alle Facetten des Berufsbildes: Gerüstbau, Trockenbau, Stuckateur und Maler. Herr Schumacher weiß auch, daß kleinere Stuckateur-Betriebe, oder Betriebe, die sich spezialisiert haben, eine inhaltlich umfassende Ausbildung nicht garantieren können. Dies wird durch die überbetrieblichen Ausbildungszeiten während der ÜbA im Zentrum für Ausbau und Fassade in Leonberg aufgefangen.

Interessierte Jugendliche, die sich fachlich gut anstellen und zu Weiterqualifizierungen motiviert sind, können es im Stuckateurhandwerk sehr weit bringen. Bereits auf der ÜbA in Leonberg gibt es für die Auszubildenden des 2. und 3. Lehrjahres mehrere Qualifizierungsangebote: Farbe und Gestaltung, Wärmeschutz und Dachgeschossausbau. Im dritten Lehrjahr möchte Vitalij am Qualifizierungs-Modul Wärmeschutz teilnehmen.

Du kannst Vitalij zuhören, was er so über seine Arbeit erzählt oder auch das Lied seiner Arbeitskollegen hören: Kritze-Kratze-Stuckateur.

Die Audiodaten sind im MP3-Format abgespeichert. Um diese anzuhören benötigt man einen MP3 fähigen Player den Du hier runterladen kannst.



Stuckateur Vitalij
Kritze-Kratze-Stuckateur

Wir bedanken uns beim Ausbildungsbetrieb



Herbert Hornikel GmbH
Fronäckerstraße 34/1
71063 Sindelfingen
www.hornikel.de