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Frau Gschlecht von der Firma Gschlecht Natursteine Singen gibt uns folgende Bewerbertipps:

Schriftliche Bewerbung
Das Berufsbild des Bildhauers und des Steinmetzes stimmt für unseren Betrieb nicht mehr, weshalb wir für die Werkstatt keine Auszubildenden mehr einstellen. Viele Leute glauben, dass sie bei uns eine Statue oder einen schönen Grabstein rausklopfen können, was viele Betriebe auch machen. Wir aber sind ein Industriebetrieb, der hauptsächlich Küchenarbeitsplatten und Bäder macht. Auch im Blockunterricht in Mainz und Freiburg wird den Auszubildenden etwas ganz Anderes beigebracht, als es für unseren Betrieb erforderlich ist. Wir haben jedoch erst kürzlich eine Auszubildende für unser Büro eingestellt.

Mir fällt bei schriftlichen Bewerbungen auf, dass sie sich meist sehr ähneln; so, als ob alle Bewerber den gleichen Kurs zum Thema „Wie schreibe ich eine Bewerbung“ beim Arbeitsamt besucht hätten. Ich persönlich bevorzuge kreative Bewerbungen, bei welchen man erkennt, dass sie selber geschrieben wurden. Gegen ein handschriftliches Anschreiben habe ich nichts. Das beigelegte Foto ist mir sehr wichtig. Ich kann anhand dessen sofort entscheiden, ob mir ein Bewerber sympathisch ist oder nicht. Bei einer Bürokauffrau ist mir die Rechtschreibung und ihr Alter außerdem sehr wichtig. Ich möchte aus dem tabellarischen Lebenslauf erfahren, was der Bewerber vorher gemacht hat. Das Zeugnis sehe ich mir zwar an, die Noten sind jedoch nicht das Wichtigste. Anhand des Fotos und des Lebenslaufes entscheide ich aus dem Bauch heraus, wen ich zum Vorstellungsgespräch einlade. Beim persönlichen Gespräch kann ich dann den ersten richtigen Eindruck vom Bewerber gewinnen.

Zeugnis
Es ist mir gerade für einen Büroberuf wichtig, dass ein Bewerber eine gute Deutschnote vorweisen und einigermaßen rechtschreiben kann. Auf eine gute Note in kreativen Fächern, wie z. B. Zeichnen, lege ich auch Wert. Und auch die Gemeinschaftskundenote sehe ich mir an. Die Noten in Mathe und Physik sind für unsere Branche nicht so interessant. Hat ein Bewerber in der Schule ein Projekt gemacht, wofür er eine Beurteilung erhalten hat, lege ich auch auf diese großen Wert.

Betriebspraktikum
Ein Betriebspraktikum setzen wir überhaupt nicht voraus. Viele Bildhauer oder Steinmetze wollen ihre Ausbildung als Grundstein für ein anschließendes Architekturstudium nutzen. Wir sind jedoch ein kleiner Betrieb, der für den eigenen Bedarf ausbildet und daher Wert darauf legt, dass jemand langfristig bei uns bleibt. Wir suchen unseren „Nachwuchs“ daher sorgfältig aus, sodass er gut zu uns passt und wir uns vorstellen können, auch nach der Ausbildung weiter miteinander zu arbeiten. Für die Zukunft sehe ich für die Handwerksbranche leider ziemlich schwarz. Die harte Arbeit wird heutzutage von vorne herein abgelehnt. Man sieht nur, dass unsere Arbeit nass und schwer ist, nicht jedoch, dass auch Kreativität eine große Rolle spielt.
Wir bekommen übrigens oft Anrufe von Lehrern, die Praktikumsplätze für ihre Schüler suchen. Immer wieder kommen wir darauf zurück und nehmen gerne Praktikanten bei uns auf.

 

Vorstellungsgespräch
Ich setze voraus, dass Bewerber beim Vorstellungsgespräch anständig gekleidet sind und sich benehmen können. Wenn mir etwas Negatives an einem Bewerber auffällt, spreche ich das sofort an.

Beim Vorstellungsgespräch bin ich anwesend, eventuell kommt mein Mann noch dazu. Zuerst machen wir mit dem Bewerber einen Rundgang durch den Betrieb und stellen ihm unsere Mitarbeiter vor. Dann besprechen wir unsere gegenseitigen Erwartungen von der Ausbildung. Unserer Bürokauffrau-Auszubildenden haben wir angeboten, vor Beginn ihrer Ausbildung schon ab und zu mal gegen Bezahlung vorbeizukommen und so den Betrieb besser kennen zu lernen.

Frau Gschlecht
Gschlecht Natursteine
Freibühlstrasse 15
78224 Singen
www.gschlecht.de

Frau Gschlecht im Gespräch mit der Redaktion Schule-Beruf.de, Herrn Wolfsperger:

Die Audiodaten sind im MP3-Format abgespeichert. Um diese anzuhören benötigt man einen MP3 fähigen Player den Sie hier runterladen können.