zurück zur Startseite
Was ist Schule-Beruf?
Hier findest Du sehr viele Infos rund um die Berufswahl
Klassenwettbewerbe und Projektarbeiten
– Schau mal rein –
Bewerbungstipps aus der Praxis
Azubis on job
Hier siehst du
was wir tun!
Unterrichtsmaterialien für Lehrer zum Download
Schule-Beruf-Mobil
(neu)
Unser aktueller Ausbildungsberuf
Nur für Betriebe:
Schüler-Webcards
Newsletter / Kontakt / Impressum
Disclaimer
 
 
 


Herr Mohr, Obermeister der Zimmererinnung Konstanz, gibt uns folgende Bewerbertipps:

Schriftliche Bewerbung
Mir ist es lieber, wenn der Bewerber seine Bewerbung persönlich vorbeibringt. Diese muss natürlich vollständig sein, auf weißes Papier geschrieben und in einer Klarsichthülle stecken. Ein Passbild soll auch dabei sein, es ist mir aber nicht so wichtig. Das Anschreiben kann ruhig handschriftlich sein, aber kurz und knapp gehalten.

Zeugnis
Beim Zeugnis achte ich auf anständige Noten in Verhalten und Mitarbeit. Die Note in Mathematik muss mindestens eine Drei sein. Außerdem ist eine gute Note in Sport wichtig, da die jungen Männer sich auf dem Dachstuhl schon bewegen müssen und deshalb eine gute Kondition brauchen.

Betriebspraktikum
Ein Betriebspraktikum ist unbedingt Voraussetzung, man kann in den großen Ferien arbeiten oder auch mal samstags. Man sieht dann schnell, ob sich einer mit den Kollegen versteht und überhaupt auf den Bau passt. Ich erinnere mich an einen Praktikanten, der schon falsch gekleidet war und den ich wieder nach Hause geschickt habe zum Umziehen. Ich habe ihm gesagt, er solle wiederkommen mit Rucksack und einem Vesper darin. Als er das dritte Mal mit 10 Kilo Tragelast bis ins Dachgeschoss gegangen war, musste er sich anschließend zum Ausruhen in den Garten legen. Ohne ein Praktikum stelle ich niemanden ein.

Vorstellung
Mit offenen Schuhbändeln oder Hosen bis zu den Knien ist das Bewerbungsgespräch schnell zu Ende. Ein gescheiter Händedruck ist mir ebenso wichtig wie ein aufgeweckter Eindruck. Beim Bewerbungsgespräch darf das Handy nicht klingeln. Wenn ich auf Bewerber mit Null-Bock-Mentalität treffe, habe ich schnell auch keine Lust mehr. Positiv ist für mich eine Mitgliedschaft in einem Verein, der Bewerber zeigt dadurch, dass er kein Einzelgänger ist. Im Verein hat man Aufgaben und muss sich einordnen, das ist bei uns Zimmerleuten genauso. Mit unseren Mitarbeitern besuchen wir auch Messen und Ausstellungen, gehen auch mal gemeinsam Skifahren und sorgen so für ein gutes Betriebsklima. Bisher habe ich 25 Lehrlinge ausgebildet und alle durchgebracht, was manchmal für beide Seiten nicht einfach war.

 

Ablauf des Vorstellungsgesprächs
Beim Vorstellungsgespräch erzähle ich, welche Arbeiten vom Zimmerer ausgeführt werden. Inzwischen sind auch Dachdecker-Arbeiten, Schreinerarbeiten im Innenausbau, Gerüstbau- und teilweise auch Klempner-Arbeiten dabei. Außerdem lasse ich einen ca. einstündigen Test durchführen, in dem es um logisches Denken und Rechenaufgaben im Bereich von Fläche, Gewicht und Volumen geht. In unserem Beruf ist es schließlich sehr wichtig, einen 7,5-Tonner richtig zu beladen.

Eine überbetriebliche Ausbildung (ÜBA) in Donaueschingen findet im ersten Lehrjahr 6 mal á 2 Wochen statt, im zweiten Lehrjahr 4 mal 2 Wochen und im dritten Lehrjahr 2 mal 2 Wochen. Dazu kommt der reguläre Berufsschulunterricht in Konstanz.

Heinrich Mohr
Obermeister der Zimmererinnung Konstanz
Flückiger Straße 9
78247 Hilzingen

Herr Mohr im Gespräch mit der Redaktion Schule-Beruf.de, Herrn Wolfsperger:

Die Audiodaten sind im MP3-Format abgespeichert. Um diese anzuhören benötigt man einen MP3 fähigen Player den Sie hier runterladen können.