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Herr Jetter, Obermeister der Friseurinnung westlicher Bodensee, gibt uns folgende Bewerbertipps:

Schriftliche Bewerbung
Ich achte auf die Aufmachung, wie eine Bewerbung geschrieben ist. Vom Inhalt her achte ich auf die schulische Bildung und das Elternhaus. Allgemein bewerte ich die schriftliche Bewerbung nicht so hoch, wichtiger ist mir der persönliche Eindruck beim ersten Kontakt. Es ist besser, nach einer telefonischen Anfrage, ein Bewerbungsgespräch zu vereinbaren und die schriftliche Bewerbung dann mitzubringen oder nachzureichen. Ich achte auf Äußeres, Kleidung, Auftreten und lege Wert auf eine bestimmte Form von Aufgeschlossenheit, da der Auszubildende ja auch direkten Kundenkontakt hat. Der Frisörberuf besteht nicht nur aus Haare schneiden, sondern auch aus Zuhören, Beraten und Reden.

Zeugnis
Das Bewerberzeugnis beachte ich sehr wohl, wobei die Fächer Religion und Sport nicht so wichtig sind. Gute Noten zeugen auch von einer guten Allgemeinbildung. Ich achte auf die Fächer Deutsch, wegen der Ausdrucksfähigkeit und Mathe, wegen der Rechenfähigkeit. Wichtiger aber ist eine gute Note in Chemie, z. B. wegen der Farbzusammenstellung und dass man die chemische Zusammensetzung einer Dauerwelle begreift. Das Berufsbild des Frisörs ist erweitert durch kosmetische Dienstleistungen. Wir haben mit dem menschlichen Körper allgemein, dem Knochenaufbau und insbesondere der Haut zu tun. Deshalb sind auch Kenntnisse in Biologie sehr wichtig. Und zu guter Letzt: Man muss auch ein wenig Künstler sein, aber die Note in Kunst sagt darüber nicht so viel aus.

Betriebspraktikum
Es sollten so viel wie möglich Betriebspraktika abgehalten werden, am besten ist es, in verschiedene Berufe reinzuschauen. Der zeitliche Rahmen sollte auch größer sein, denn je besser praktisch ausprobiert wird, desto sicherer ist auch die Entscheidung für einen bestimmten Beruf. Die Arbeitswelt und die schulische Welt unterscheiden sich grundlegend, junge Menschen haben vom Berufsleben viel zu wenig Ahnung. Von Seiten der Schule sollten Praktika mehr gefördert werden.

Vorstellung
Es gibt immer wieder Schulabgänger, die beim Bewerbungsgespräch um einen Ausbildungsplatz aufgeregt sind. Wer ehrlich ist, sich gut vorbereitet und sich über den Beruf vorher informiert hat, braucht nicht aufgeregt zu sein.

 

Wenn beim Vorstellungsgespräch das Handy des Bewerbers klingelt, ist der bei mir gleich unten durch. Ich bewerte solches Verhalten als grob fahrlässig. Dass Kaugummi vor dem Vorstellungsgespräch und nicht während des Gesprächs gekaut werden kann, ist wohl selbstverständlich. Die Hose darf nicht bis zum Knie hängen, die Turnschuhe nicht ausgelatscht sein. Gewünscht ist ordentliche Kleidung, die ruhig modern sein darf. Die Frisur darf modern, das Erscheinungsbild aber nicht aufgetakelt sein. Beim Bewerbergespräch soll erzählt werden, warum der Berufswunsch Frisör heißt. Eine Antwort darauf kann nie sein, dass es eben nichts Anderes gäbe. Gute Beweggründe sind z. B. der Wunsch zur Erlernung eines kreativen Berufes und dass man Spaß daran hat, Andere zu frisieren oder neue Frisuren kennen zu lernen.

Ablauf des Vorstellungsgesprächs
Der Berufswunsch wird hinterfragt, ebenso das familiäre Umfeld. Insgesamt wird vorab ein Einblick in das Berufsbild gegeben. Wir weisen darauf hin, dass freundliches Verhalten und richtige Umgangsformen wichtig sind. Wir sagen auch, dass Sauberkeit am Arbeitsplatz dazugehört, der Azubi aber keine Putzfrau ist. Das Gespräch wird auch den berufskundlichen Unterricht zum Inhalt haben. Wir haben im Landkreis Konstanz eine Besonderheit. Der Berufsschulbesuch kann im ersten Jahr komplett in der Schule in Singen stattfinden, oder aber in Konstanz im regelmäßigen Turnus. Eine weitere Besonderheit des Frisörberufs ist die samstägliche Regelarbeitszeit mit Freizeitausgleich. Auch darüber klären wir vorher auf. Auch ist es wichtig zu wissen, dass es Trainingsabende gibt, bei denen der Azubi selbst Modelle als Übungsobjekte stellt.

Martin Jetter
Friseurmeister
Obermeister Friseurinnung westlicher Bodensee
Stellvertr. Landesinnungsmeister
Scheffelstraße 6
78135 Radolfzell

Herr Jetter im Gespräch mit der Redaktion Schule-Beruf.de, Herrn Wolfsperger:

Die Audiodaten sind im MP3-Format abgespeichert. Um diese anzuhören benötigt man einen MP3 fähigen Player den Sie hier runterladen können.