zurück zur Startseite
Was ist Schule-Beruf?
Hier findest Du sehr viele Infos rund um die Berufswahl
Klassenwettbewerbe und Projektarbeiten
– Schau mal rein –
Bewerbungstipps aus der Praxis
Azubis on job
Hier siehst du
was wir tun!
Unterrichtsmaterialien für Lehrer zum Download
Schule-Beruf-Mobil
(neu)
Unser aktueller Ausbildungsberuf
Nur für Betriebe:
Schüler-Webcards
Newsletter / Kontakt / Impressum
Disclaimer
 
 
 


Herr Lämpe, Obermeister der Uhren und Schmuck Innung Konstanz, gibt uns folgende Bewerbertipps:

Schriftliche Bewerbung
Im Bereich der Fachinnung Uhren und Schmuck werden Uhrmacher, Goldschmiede und Fachverkäuferinnen ausgebildet. Bei einer Bewerbung achte ich auf die Schrift, deshalb ist ein handgeschriebenes Anschreiben das Beste. Bei mit einem PC geschriebenen Anschreiben kann man die Schrift nicht bewerten. Rechtschreibfehler dürfen sowieso nicht vorkommen. Insgesamt bin ich der Ansicht, dass die Leistung der Schüler leider immer schlechter wird.

Zeugnis
Beim Zeugnis ist mir die Verhaltensnote ganz wichtig. Ich achte auch auf eine einigermaßen gute Note in Mathematik, wobei ich mit Mathematik die Grundrechenarten und Prozentrechnen meine. Schließlich muss der Azubi gegenüber einem Kunden auch die Kosten für eine Reparatur ungefähr angeben können. Das Fach Kalkulation gibt es auch an der Berufsschule.

Betriebspraktikum
Ein Praktikum muss nicht unbedingt sein, ich selbst stelle aber z. B. Verkäuferinnen eine Woche zur Probe ein. Man kann dann schnell sehen, wie sie mit einer Pinzette umgeht und sich im Kundenkontakt verhält. Das ist sicher nicht ganz einfach, mit der Zeit lernt man das aber.

Vorstellung
Beim Vorstellungsgespräch fällt mir negativ auf, dass sich junge Leute zum Teil nicht richtig ausdrücken können. Mir ist es lieber, wenn man etwas forscher auftritt. Was ich gar nicht leiden kann, sind lange aufgeklebte Fingernägel. In unserer Branche sind gepflegte Hände wichtig, denn genau dorthin schaut der Kunde oft. Mit übertrieben langen Fingernägeln kann man auch keine Uhrenbatterie auswechseln.

 

Die Uhrmacher besuchen 3 Monate pro Jahr eine Landesfachklasse in Schwenningen oder Furtwangen, die Goldschmiede-Azubis gehen nach Pforzheim zur Schule. Während dieser überbetrieblichen Ausbildungszeit erhalten die Azubis kein Geld. Sie können dort jeweils in Lehrlingsheimen untergebracht werden. Die Ausbildungszeit beträgt drei Jahre. Nach dem Vorstellungsgespräch biete ich dem Bewerber an, eine Woche im Betrieb zu arbeiten. Dies ist eine Art praktischer Eignungstest, man muss etwas dekorieren, Uhrenbatterien wechseln, Ringe putzen, polieren und einsortieren. Da unsere Branche sehr diebstahlgefährdet ist, achte ich darauf, dass ich nur ehrliche Menschen einstelle.

Uhrmacher- und Goldschmiedebranche
In der Uhrmacher- und Goldschmiedebranche sieht es zur Zeit nicht so rosig aus, die Zuordnung zu den B1-Berufen finde ich negativ. Und das in einer Zeit, in der wieder vermehrt mechanische Qualitätsuhren nachgefragt werden. Der Renommierbetrieb Lange & Söhne in Glashütte geht einen eigenen Weg. Der Betrieb hat das Berufsbild geprägt und bildet Lehrlinge nach einem eigenen Konzept aus. Für einen guten Chronographen muss man mindestens drei Monatsgehälter hinlegen.

Siegfried Lämpe
Uhrmachermeister
Obermeister Uhren und Schmuck Innung Konstanz
Muslenplatz 2
78054 Schwenningen

Herr Lämpe im Gespräch mit der Redaktion Schule-Beruf.de, Herrn Wolfsperger:

Die Audiodaten sind im MP3-Format abgespeichert. Um diese anzuhören benötigt man einen MP3 fähigen Player den Sie hier runterladen können.